Wordrapbattle

Da ich mich neben digitalen journalistischem Dilettantismus auch dem einer gedruckten SchülerInnenzeitung namens “rufzeichen” hingebe, habe ich mir was nettes einfallen lassen: Ich habe allen wahlwerbenden Parteien einen Wordrap für eine oder einen JugendkandidatIn zukommen lassen und ihnen angeboten, wenn sie ihn mir rechtzeitig ausfüllen, werde ich diesen in der Zeitung drucken lassen. Und weil ich nicht so bin, werde ich auch das Ganze hier veröffentlichen. Hier jedenfalls die Stichwörter:

Jugendpolitik bedeutet:

SchülerInnenvertretung ist…

Ich habe lieber Kopfschmerzen als

Mein Vorbild

Ich habe Angst vor

Gleichberechtigung der Frau ist…

Cannabislegalisierung

Gesamtschule: Sozialistische Gleichmacherei oder Bildungspolitische Aussicht?

Bier oder Wein?

Besonders auf die Cannabisantworten freue ich mich diebisch.

Total liberal

Das LIF kandidiert wieder. Und wieder mit dieser netten und kompetenten Heide Schmidt. Diese wird mancherorts sogar mit Barack Obama verglichen. Die österreichische Tageszeitung “Der Standard” versucht seine sonst so betont kühle Art irgendwie aufrecht zu erhalten, obwohl er hinter dieser Fassade vor Freude schon zu schwitzen anfängt: Endlich hat auch diese Zeitung eine Partei, die ihrer Weltanschauung genügt. Aussen (=gesellschaftspolitisch) irrsinnig progressiv, hinter mittlerweile nicht mehr ganz so oft vorgehaltener Hand fällt auch oft das Wort links.

Ziemlich viel Lobhudelei für eine Kleinstpartei. Okay, klein heißt ja nicht unbedingt schlecht und jene Menschen, die Schmidt die FPÖ Vergangenheit allzu oft ankreiden, haben wahrscheinlich wohl Angst vor ihr. Frau darf wohl noch klüger werden im Alter, passiert ja sowieso viel zu selten. Aber das wirklich problematische an den Liberalen ist ja, dass sie den Auswüchsen des Kapitalismus mit einem menschlichen Anstrich verpassen wollen und die alten Ideen als neue verkaufen wollen. Ein bisschen Sonntagsarbeit gefällig? - Nein? - Na, mit einem Patzen Homo-Ehe und Religionskritik schaut das ja gar nicht so schlimm aus. Das Auge isst ja bekanntlich mit. Und große Patzen können ziemlich viel schirche Sachen überdecken.

Im Programm des LIFs wird neben des grundsätzlichen Staatsbesitz an Industrie auch des der ÖBB kritisiert: Im Klartext sollen auch die wegen mangelnden “Effizienz” privatisiert werden. Noch so welche, denen nicht eingeht, dass öffentlich und somit umweltfreundlicher Verkehr einfach nicht billig ist. Grundsätzlich denken die Liberalen daran, Regulation des Staates durch eine der Marktwirtschaft zu ersetzen. Und der gilt, wie auch die Liberalen eingestehen, das Prinzip des Leistungsfähigeren. Andererseits sollen aber im gesellschaftlichen Bereich die Benachteiligten emanzipiert und gefördert werden. Banales Beispiel:Wie bitte soll ein Kärntner Slowene und ausgebildeter Bürokaufsmann (das LIF wird von der Partei der Kärntner Slowenen “Enotna lista/Einheitsliste” unterstützt), der deutschen Sprache nicht ganz so mächtig und angenommen mit Legasthenie genauso wettbewerbsfähig sein wie seine in Österreich geborene Kollegin.

Folgender Schluss: Gesellschaft als abgeschlossenen Bereich zu sehen, scheint zwar Mode bei den Konservativen und Liberalen zu sein. Aber um effektive Poltik im sozialen und gesellschaftlichen Bereich betreiben zu können, muss der wirtschaftliche Background stimmen. Und dass die freie Marktwirtschaft, in der sich das “frei” eben nur auf Wirtschaft bezieht, da auch nur kleinste Möglichkeiten bietet können auch nur ebensolche Parteien bestätigen, denen ein dieses System auch zugrunde liegt: Sie werden fast ausschließlich von einem Baukonzern finanziert, dessen Chef sich so die Möglichkeit erkauft industrielle Meinungen auch in der Öffentlichkeit zu pushen.

Entschuldigungen und Ergüsse

Entschuldigt bitte den Stillstand auf meinem Blog, aber ich bin irgendwie mit Arbeiten und dem fröhnen des Nichtstuns in meiner Freizeit zu faul für alles.

Nichtsdestotrotz werde ich mich mit diesem Statement wieder aufraffen, ab und an meine gedanklichen Ergüsse über dies und jenes hier der riesengroßen Öffentlichkeit, die das tagtäglich liest, zur Verfügung stellen.

Auf Jobsuche.

Zuerst die schlechte Nachricht: Österreich hat verloren und deswegen muss ich nun doch nicht auswandern. So und jetzt die gute: Derzeit spiele ich schon wieder mit dem Gedanken, da die nächste Partei einen richtigen Deppen als Vorsitzenden hat. Nein, keinen irgendwie unter Umständen vielleicht liebenswerten Trottel wie den Gusenbauer, sondern einen mit stromlinienförmigen Körper ausgestatten Sonnyboy, der nicht nur ideologisch in jede Partei reinpassen würde.

Jetzt aber Schluss mit unlustiger Polemik. Die Sozialdemokratie hat unter Faymann einen Tiefpunkt erlebt, bevor dieser überhaupt zu agieren beginnt. Obwohl dieser in der Sozialistischen Jugend (SJ) seine Ego-Karriere begann, besitzt er weder soziales noch sozialdemokratisches, ganz zu schweigen von sozialistischem Denken. Er hat nur den richtigen Riecher für Macht.

Ein Mensch, der solange wie Faymann in der Politik ist, und noch nirgends gröbere Zusammenstöße mit seinen politischen KontrahentInnen erlebte, muss entweder alles richtig oder alles falsch gemacht haben. Wenn ich mir nur die Managmentverabschiedungsgagen der ÖBB und der Asfinag ansehe, kann ich getrost ersteres ausschließen!

Ausserdem hat Faymann den Herrn Dichand so gern, dass er diesen einmal wöchentlich beim Kaffe trifft. Die RedakteurInnen dessen Zeitung würdigen das Fernhalten des unaustehlichen Alten mit netten Nachrichten und Fähnchenaktionen. Lieb von ihnen.

Herr Dichand, habens keinen Job frei? Zum Beispiel für einen zweiten “In-den-Wind”-Reimer?

Wenn, wann, dann!

Ich möchte hier allen Fussballenthusiasten und OptimistInnen nicht auf den Schlips treten, wenn heute aber Österreich wirklich gewinnen würde, wandere ich aus. Zumindest für die Zeitspannder EM. Weil dann wird das Corduba 2.0 - Geschrei so richtig losgehen und halb Österreich vor lauter Freude nicht mehr auszuhalten sein.

„Freiheit und Sicherheit sind miteinander vereinbar.“

Interessant: „Freiheit und Sicherheit sind miteinander vereinbar.“, meint Anthony Kennedy, ein Mitglied des “Supreme Courts”. In Amerika haben sie es nämlich mittlerweile fast geschafft, das juristische Mittelalter zu beenden. Der Supreme Court ist nämlich nach kurzer Überlegung - nur sechs Jahren -  draufgekommen, dass alle Häftlinge der USA die gleichen Rechte haben. Mit einer knappen Entscheidung (fünf zu vier Stimmen) haben die höchsten RichterInnen entschieden, dass das auch für die Guantanamo-Camp-Insassen gilt. Gratuliere!

Alle wollen ihn

Jetzt ist es auch offiziell: Barack Obama ist der amerikanische Präsidentschaftskandidat der DemokratInnen.. Alle “westlich” orientierten freut das. Alle Liberalkonservativen, SozialdemokratInnen und Grünen freut das. Doch wieso?

Erstens sollten alle nicht so voreilig sein. Noch ist er nicht Präsident. Das wird zwar mittlerweile in allen Kolumnen jeglicher Zeitungen angeführt, von Boulevard bis Pseudointelektuell. Ich möchte mich nicht auf die Argumentationen einlassen, ob die AmerikanerInnen einen Schwarzen zum Präsidenten wählen würden. Zurzeit hat Obama einen kleinen Vorsprung zu seinem rebuplikanischen Pendant, McCain (liebevoll auch McChain). Aber der innere Kampf mit seiner parteiinternen Kontrahentin Clinton dürfte Obama einiges an Energie und WählerInnenpotenzial gekostet haben. Ausserdem entspringt Obama zwar der mittellosen Immigrationsschicht, aber er wird als elitärer und neureicher Aufsteiger gesehen - vorallem von denen die das am Negativsten sehen, den weißen Arbeiter(Innen ?). Zumindest wird das von allen großen Medien behauptet. Dies wird der einzige Punkt bleiben in dieser Ausführung, den ich schlichtweg von diesen übernehme.

Aber woher diese Verehrung, woher dieser Überzeugung. Obama ist sicher einer der charismatischten WeltpolitikerInnen heute und wahrscheinlich seit überhaupt. Das er allerdings mit JFK verglichen wird, würde ich nicht unbedigt als Kompliment sehen. Doch was würde uns, den AmerikanerInnen oder sogar der gesamten Welt, Obama als Präsident nützen bis zu weilen wirklich verändern?

Rigardi schreibt zwar, dass sich Obama gegen die “Durchlöcherung” unserer bereist mehr als angeschlagenen Privatsphäre einsetzt, vorallem will er den Geheimdiensten ihn Überwachungshinsicht keine Straffreiheit gewähren.

Allerdings - ich bemühe mich jetzt nicht das “der ist ja Amerikaner, und daher stockkonservativer Christ mit Kriegsaffinität”-Klischee hervorkramen - fällt bei genauer Betrachtung der Persönlichkeit Obamas oder dessen politischen Programms und öffentlicher Karriere einiges auf: Er hat als Senator den “Patriots Act” mitgetragen, eine Initiative die im Windschatten von 09/11 entstanden ist. Darin sind nicht nur die berühmten-berüchtigten, verschärften Einreisebedingungen in die USA enthalten. Weiters beschneidet diese Initiative BürgerInnenrechte, zum Beispiel kann ab nun über Nicht-US-BürgerInnen, die als TerroristInnen verdächtigt werden, unbeschränkte Haft verhängt werden.

Doch auch ein Blick ins heute befriedigt nicht wirklich: Obama verspricht in seinem Wahlprogramm - im Gegensatz zu Clinton - nicht für alle StaatsbürgerInnen der USA eine verpflichtende Sozialversicherung einzuführen.

Versteht mich bitte nicht falsch, nach den Perioden Busch jr., kann es fast nur besser kommen. Kein Grund aber dafür, sich grundlos über noch so einen “einfach-lächeln-und-winken” Politiker vor Freude die Köpfe einzurennen. Ausserdem, und jetzt mache ich doch noch einen unkompetenten Fehler, obwohl ich vorher nur einen versprochen habe, wird die Zeit noch bringen, falls Obama Präsident wird, ob und wie konsequent dieser vor allem mit der militärischen Politik der USA und deren Altlasten (Irak, um nur ein Beispiel zu nennen) umgeht.

Interessant

Ich werde alt. Mein Leben ändert sich nicht Tag für Tag, sondern ich plane die Änderungen und schiebe die Umsetzung möglichst lange vor mir her. Zum Beispiel hab ich mir heute das neue Ubuntu, Hardy Heron, wie seit Release geplant, installiert.

Ausserdem jogge ich ab jetzt (DAS Anzeichen auf altern überhaupt). Ehrlich gesagt aber vor allem deswegen, weil mir meine Schulärztin mit einer lebensbedrohlichen Wirbelsäulenverrenkung drohte, wenn ich nicht bald entweder meine Sitzhaltung und die gegenüber Sport ändere. Andere Möglichkeit: Lebensweise vergesündern. Also doch lieber Sport.

So, was ich da geschrieben habe, nennt sich im BloggerInnen-Jargon “Katzencontent”. Das ist Inhalt eines Blogs, der sich um das Leben des/der Schreibenden dreht. Meistens machen das Menschen wie du und ich, sprich mit völlig unspannenden Tagesabläufen. Oder MinisterInnen, wie zum Beispiel Buchinger, die dann zwecks öffentlicher Reputation behaupten, dass wenn sie um vier Uhr in der Nacht zufällig aufwachen,  ins Büro fahren und E-Mails checken. Glaubt ihm ja eh keiner.

So jetzt habt ihr was gelernt und nebenbei etwas über mein spannendes Privatleben erfahren. Zur Krönung kann ich jetzt noch so ein schirches Dingsda machen, dass selbst wenn es grinsen sollte hämisch aussieht :-).

Wahlkampf, tirolerisch.

Ich hab grad beim Stöbern im Internet ein paar witzige Sachen gefunden. Im Internetmagazin chilli.cc haben sie den Jugendwahlkampf der vier größten Parteien verfolgt.

Obwohl der Ring freiheilticher Jugend gegen das Wählen ab 16 ist, da dadurch die Politik zu sehr in die Schulen getragen würde, verteilt er Jausenpakete vor den Schulen - unter dem Motto “Tirol den Tirolern” Ausserdem geht Strache für den Wahlkampf shoppen. Hier die Bildstrecke dazu.

Bei der SPÖ hat der Jugendkandidat Miloradovic zwar Migrationshintergrund und begrüßt MigrantInnen in einem freien Radio auf türkisch, beim Kinospot der Mutterpartei tönt es aber patriotischer: „Tirol – Heimat zum Lieben, Tirol – Liebe wird siegen“. Sonst darf auch ein salutierendes Kind auf deren Wahlplakaten bewundert werden, auch hier Bilder von chilli.cc.

Den Grünen Spitzenkandidaten Gebi Mair kann man/frau mieten. Der kommt dann samt Pressesprecher und ausreichendst Wein zum diskutieren. [Bilder]

Bei der jungen ÖVP wird Weisswurst und Bier unter hollywoodreifem Namen aufgefunden. “Van Staa Special Force” heißen die jungen Schwarzen. Sehr “cool”, hier die Bilder.

Bei chilli.cc zwar ausgelassen, aber punkto Jugendpolitik nicht uninteressant ist die Lister der KPÖ. Diese tritt nämlich mit einem ausserordentlich jungen, 1990 geboren Spitzenkandidaten an. Und zwar für die Gesamtparteiliste, nicht nur für die Jugend. Julian Nothdurfter, selbst Ex-Juso, kämpft mit der “Jugendliste” um Stimmen, den Einzug in den Landtag hält er aber für unwahrscheinlich. Trotzdem ein interessantes Experiment und mehr als der 0815 Wahlkampf der anderen Parteien.

Tut leid.

So ich bin ab heute in der Nacht in Elba (Italien) und werde mich in eineinhalb Wochen wieder melden.

Sonnige Grüße!

Nächste Seite »


Nur weil ich die Realität nicht ausstehen kann, bin ich noch lange kein Realitätsverweigerer.

Seiten